Kritische Gedanken

Seit einigen Jahren hört man in der Öffentlichkeit vermehrt von hundgestützter Pädagogik und Therapie. Leider wird hier stellenweise auch der Anschein einer Art „Wundermethode“ erweckt. Diesem Eindruck möchte ich deutlich widersprechen, Wunder wird man auf diesem Weg sicherlich nicht vollbringen. Viel wichtiger ist der zielgerichtete, professionell vorbereitete Einsatz, qualitativ abgesichert und (selbst)kritisch ausgewertet. Hierzu gehört auch eine entsprechende Berufsausbildung des Menschen bzw. für Besuchshundteams die direkte Zusammenarbeit mit den Fachleuten vor Ort.

Der Schutz des Hundes wird leider nicht immer ausreichend beachtet. So kommen Hunde in den Einsatz, die nicht oder nur mangelhaft auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, Hunde, die unter Stress und ohne Freude unter dem Deckmäntelchen der sozialen Ader verheizt werden, Hundehalter, die ihren „Therapiehund“ als Existenzgrundlage sehen und dabei die Bedürfnisse und Individualität des eigenen Hundes übersehen.

Ich wünsche mir für unsere Hunde und unsere Ausbildungsteams einen anderen Weg. Unsere Hunde sind an erster Stelle unsere vierbeinigen Familienmitglieder, die von uns und unseren Entscheidungen abhängig sind. Dieser Verantwortung bin ich mir bewusst! Die gemeinsamen Einsätze müssen so gestaltet sein, dass auch die Hunde davon profitieren und Freude daran haben. Unsere Hunde werden nicht tagtäglich eingesetzt, sie arbeiten immer in meiner Begleitung, wir verstehen uns als Therapiehundteam. Kann ich den Schutz und das Wohlbefinden unserer Vierbeiner nicht als sicher voraussetzen (z.B. durch aggressive Klienten), werde ich immer zu Gunsten der Hunde einen tiergestützten Einsatz ablehnen.

Für die Arbeit mit unseren Hunden sowie unseren Ausbildungsteams lehne ich Starkzwangmittel ohne Ausnahme ab. Mein Ziel ist eine hundegerechte, faire Ausbildung auf der Grundlage lerntheoretischer Standards und aktueller kynologischer Forschungsergebnisse. Ich verbuche für mich nicht, die „eine“ Ausbildungsphilosophie zu praktizieren, sondern aus der Summe langjähriger praktischer Erfahrungen, zahlreicher Seminare, Fortbildungen und Literatur meinen persönlichen Weg gefunden zu haben, der auch für andere hundgerechte Sichtweisen und Ansätze offen ist, der nicht statisch ist und die Individualität des einzelnen Hundes berücksichtigt.

Wir bilden seit 2005 Therapiehundeteams aus und erleben zur Zeit, dass auch die Ausbildungsangebote boomen. Bleiben Sie bei der Auswahl der Ausbildungsstätte kritisch und prüfen Sie die jeweiligen Qualitätsstandards, z.B. das die Ausbilder Berufsausbildungen sowohl im pädagogischen, medizinischen oder therapeutischen Bereich sowie eine umfassende Ausbildung als (Service)Hundetrainer haben. Und darüber hinaus selber langjährige Praxiserfahrung mit verschiedenen eigenen Hunden in unterschiedlichen tiergestützten Arbeitsfeldern vorweisen können. Weiterhin sollten die Bedürfnisse und die Individualität der Hunde und Menschen umfassend berücksichtigt werden.

Ich hoffe, Ihnen einen kleinen Einblick in meine Haltung gegeben zu haben. Sollten Fragen offen geblieben sein, freuen ich mich auf ihren Anruf!